Strahlend blauer Himmel, ein neuer Sommertag beginnt – und das am 3. November 😉. Für uns geht’s weiter Richtung Süden, nach Jerez de la Frontera (ca. 70 Kilometer entfernt).





Das Navi schickt uns über Land… warum auch immer… Halt ✋ das war ein Zeichen… heute war es so oder so etwas diesig, aus der weiten Entfernung dachten wir „oh, seltsame Bäume“, aus der näheren Sicht dachten wir „oh, eine Moschee“, direkt vor dem Tor stehend lasen wir „Iglesia Una, Santa, Católica, Apostólica y Palmariana (Die eine, heilige, katholische, apostolische und palmarianische Kirche)“ – Huch, was ist das???



Gerade wollten wir uns im Internet informieren als ein Herr auf unser Auto zukam. Wir fragten nach Besichtigungsmöglichkeiten und er erklärte, das sei nicht so einfach, man brauche einen Termin und die angemessene Kleidung. Er drückte uns einen Briefumschlag in die Hand. Darin fanden wir Infos auf deutsch… und nun wussten wir, dass wir vor dem Sitz des einzig wahren Papstes standen… die ganze Story sagte uns so gar nix, aber interessant, was es in der Glaubenswelt so alles gibt. Natürlich haben wir uns im Netz weiter schlau gemacht… wen es interessiert, der Artikel war ganz interessant: Mit eigenem Papst und Vatikan: Die palmarianisch-katholische Kirche – katholisch.de. Mit dem aktuellen Papst der Palmarianer ist ein bisschen Moderne eingezogen und sie haben auch einen Internet-Auftritt: Iglesia Catolica Palmariana. Jedenfalls sind wir schnell geflüchtet, bevor diese Sekte uns in ihre Fänge bekommt 😂








In Jerez angekommen, haben wir auf dem örtlichen Wohnmobilstellplatz eingecheckt – mal etwas anderes: er liegt in einem großen Outlet-Center. Da sind wir nachmittags auch mal durchgeschlappt… Aber es ist überall auf der Welt das gleiche Angebot.



Ach ja, unser Platz ist direkt neben KFC (ich vermute, neben deren Fettabscheider, es riecht wie eine Pommesbude im Pössl – also gibt es abends Tortilla, deren Geruch bemerken wir gar nicht).


Doch zurück zum Tag: wir erkundeten die Altstadt – Jerez ist wie eine kleine Schwester von Sevilla, auch total schön… aber kaum Menschen (schon gar keine Touristen) unterwegs.














Die Kathedrale schauen wir uns ganz ausgiebig an, ein tolles Bauwerk. Der Audioguide war sehr interessant und es gab einen „Film“, den man mit einer VR-Brille anschaute – super gemacht. Sehr schön war auch der Innenhof mit Orangenbäumen… überhaupt stehen hier überall in den Städten Orangenbäume.





























Die Festung wollten wir auch besichtigen, aber leider ist sie montags geschlossen.
Ach ja, der Sherry kommt aus Jerez, also kehrten wir in einer „Tabanco“ ein – eine Bar, in der der Sherry direkt aus kleinen Fässchen gezapft wird…. Probiert und für sehr gut befunden (und so günstig 😉).



P.S: zum Thema „seltsame kirchliche Rituale“ – an der Rückseite einer Kirche war eine kleine Kapelle, in der lauter Prothesen, Spielzeug etc. hingen, es schien sie um einen Ort für Gebete für Kinder zu handeln.

Buch-Tipp
Auch wenn wir gar nicht mehr in Portugal sind, möchte ich zwei Bücher (natürlich Krimis) empfehlen. Auf Catrin George Ponciano bin ich gestoßen, weil sie eigentlich Reiseschriftstellerin ist und u.a. einen netten Blog über Porto geschrieben hat.
Die beiden Krimis haben mich echt gefesselt. Für mich genau die richtige Mischung: spannender Fall, nette Protagonisten, kleine Love-Story… und ganz viel übers Land, in dem die Story spielt. Neben tollen Kochrezepten erhält man detaillierte Orts- und Landschaftsbeschreibungen aus Lissabon und dem Alentejo. Viele Bezüge zur Salazar-Diktatur, zur Nelkenrevolution 1974 und zur aktuellen Situation in Portugal sind zu finden.
Für mich ***** (von 5 Sternchen 🤣)




Schreibe einen Kommentar