„Christliche Reisen mit Klees“ gehen weiter.
Es ist mal wieder Sonntag und wir steuern das nächste Pilgerziel an: Guadalupe.



Die Legende besagt, dass der Hirte Gil Cordero Anfang des 14. Jahrhunderts in den Tälern von Las Villuercas ein verlorenes Rind seiner Herde tot auffand. Als er sich daran machte, das Tier zu zerlegen, erwachte es jedoch wieder zum Leben. In diesem Augenblick erschien dem Rinderhirten die Jungfrau Maria und gebot ihm, das Wunder kundzutun und an dem Ort, an dem er die tote Kuh gefunden hatte, zu graben. Dort entdeckte er die Marienfigur der Jungfrau von Guadalupe, deren Ruf als Wundertätige sich schnell verbreitete.






König Alfons XI. hörte von den Wundern der Jungfrau und bat die Heilige María de Guadalupe vor der berühmten Schlacht am Salado um ihren Segen. Er gewann daraufhin die Schlacht, obwohl seine Truppen in der Unterzahl waren. Dankbar pilgerte er nach Guadalupe und verlieh der bescheidenen Kirche Privilegien und Erträge, die den Bau eines Sanktuariums ermöglichten.
Guadalupe wurde schnell bekannt, und so wurde die Stadt bald zum wichtigsten Wallfahrtsort der südlichen Halbinsel. Wenig später, im Jahr 1389, übernahmen die Hieronymiten die Obhut des Heiligtums bis 1835.













Wichtig wurde auch das “magische Jahr 1492”, als die katholischen Könige in Granada die letzten Gebietsreste auf der spanischen Halbinsel von den Mauren zurückeroberten und im selben Jahr Christoph Kolumbus in ihrem Auftrag die Seefahrt “nach Indien” unternahm und tatsächlich in der “Neuen Welt” an Land ging. Auch er hatte zuvor die Jungfrau von Guadalupe um ihren Beistand gebeten; zum Dank nannte er eine Inselgruppe in Amerika “Santa Maria de Guadalupe de Estremadura” – die heute zu Frankreich gehörende InselgruppeGuadelupe der kleinen Antillen. Nach dem Erfolg des Unternehmens von Kolumbus wurde es Brauch, dass die spanischen und portugiesischen Entdeckungsreisenden vor ihrem Aufbruch eine Wallfahrt nach Guadalupe unternahmen. Nach glücklicher Rückkehr kamen sie wieder nach Guadalupe, dankten der Madonna und spendeten von den mitgebrachten Schätzen, wodurch das Kloster zu großem Reichtum kam; volkstümlich wurde der Ausspruch: “Lieber Mönch in Guadalupe als Fürst oder Herzog.
Danach verstrichen mehrere Jahrzehnte ohne den Schutz eines religiösen Ordens, bis die Franziskaner im Jahr 1908 das Kloster übernahmen.
Am 12. Oktober 1928 wurde die Virgen de Guadalupe kanonisch zur „Königin des Spaniertums“ gekrönt und im Jahr 1907 zur Schutzpatronin der Extremadura ernannt.
Seitdem ist das Kloster einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Extremadura.
Zunächst schauten wir uns die Basilika an, schon beeindruckend genug. Anschließend machten wir eine Klosterbesichtigungstour – man darf nur mit Begleitung hinein und fotografieren ist in den Innenräumen untersagt. Die Räume bestechen durch Prunk und Pomp. Plötzlich befanden wir uns in einer Schlange, die zum Allerheiligsten führte: der schwarzen Madonna. Daneben stand ein Mönch, der eine Art Tafel in der Hand hielt, die alle nacheinander küssten ( zwischendurch wischte er mit einem Tuch ab).




















Dann setzten wir uns vor dem Kloster in eine Bar und sahen dem munteren Treiben zu – auch hierher scheinen die Spanier gerne einen Sonntagsausflug zu machen; Vertreter*innen anderer Nationen konnten wir nicht ausmachen.
















Weiter ging die Fahrt durch die Extremadura – wirklich eine tolle Landschaft. Auf einem Parkplatz legten wir eine Kaffeepause ein und beobachteten Raubvögel, die über den Felsen kreisten (leider wissen wir nicht, zu welcher Art sie gehörten).







Dann verließen wir die Extremadura und sind nun in Castilla La Mancha. Mit der gleichnamigen Brücke wurden wir in Talavera de la Reina begrüßt. Unser heutiger Stellplatz ist direkt neben einem großen Einkaufszentrum (hat aber heute zu, Sonntag).





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